Dänemark lädt neue Betreiber ein, in den Markt für stationäre Casinos einzusteigen. Gleichzeitig stehen traditionelle Spielbanken unter zunehmendem finanziellem Druck. Am 3. August 2026 kündigte die dänische Glücksspielbehörde eine neue Lizenzierungsrunde an, in deren Rahmen interessierte Unternehmen eine Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von Spielbanken beantragen können. Die Bewerbungsfrist endet am 3. November 2026. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Online-Glücksspiel einen immer größeren Anteil der Ausgaben dänischer Verbraucher auf sich vereint, während traditionelle Casinos Schwierigkeiten haben, ihre frühere Marktposition zurückzugewinnen. Offizielle Zahlen zeigen, dass stationäre Spielbanken nur einen kleinen Teil der dänischen Glücksspielbranche ausmachen. Die neue Lizenzierungsinitiative wirft daher eine wichtige Frage auf: Können neue Investitionen den traditionellen Casinosektor in Dänemark stärken, oder werden veränderte Kundenpräferenzen sein Wachstum weiterhin begrenzen?
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden eröffnete am 3. August 2026 offiziell das Bewerbungsverfahren für neue Lizenzen zum Betrieb stationärer Casinos. Gemäß dem konsolidierten Glücksspielgesetz Nr. 1182 vom 22. September 2025 können berechtigte Unternehmen eine Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von Spielbanken für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren erhalten. Die Anträge müssen spätestens am 3. November 2026 bei der Aufsichtsbehörde eingehen. Nach Ablauf dieser Frist eingereichte Unterlagen werden nicht berücksichtigt. Die Ausschreibung bietet Unternehmen die Möglichkeit, in die regulierte dänische Glücksspielbranche einzusteigen. Sie garantiert jedoch weder die Genehmigung zusätzlicher Casinos noch legt sie fest, wie viele neue Einrichtungen letztendlich eröffnet werden könnten. Jeder Antrag muss einer behördlichen Prüfung unterzogen werden, bevor eine Lizenz erteilt werden kann.
Dänemark verfügt im Vergleich zu seinem umfangreichen Online-Glücksspielsektor über ein relativ kleines Netz stationärer Casinos. Derzeit sind sieben lizenzierte Spielbanken in Kopenhagen S, Kopenhagen V, Helsingør, Odense, Vejle, Aarhus und Aalborg tätig. Diese Standorte bieten Zugang zu traditionellen Casinospielen, darunter Roulette, Blackjack, Poker und weitere zugelassene Glücksspiele. Die meisten Spielbanken befinden sich in etablierten städtischen Zentren, in denen die lokale Bevölkerung, Geschäftsreisende und Touristen eine potenzielle Nachfrage schaffen. Anders als Online-Anbieter sind stationäre Casinos darauf angewiesen, dass Kunden ihre Räumlichkeiten persönlich besuchen. Ihre wirtschaftliche Entwicklung wird daher durch die Verkehrsanbindung, die lokale Wirtschaftslage, den Tourismus und die Konkurrenz durch andere Unterhaltungseinrichtungen beeinflusst. Die Eröffnung einer weiteren Spielbank erfordert ein überzeugendes Geschäftskonzept und nicht lediglich die Auswahl einer Stadt, in der bislang kein Casino existiert.
Am Lizenzierungsverfahren sind mehrere staatliche Stellen beteiligt. Dies spiegelt die finanziellen und regulatorischen Verpflichtungen wider, die mit dem Betrieb stationärer Glücksspielunternehmen verbunden sind. Nach Angaben der dänischen Glücksspielbehörde vom August werden die Anträge zur Stellungnahme an die zuständige Kommune, den örtlichen Polizeichef, das Steuerministerium und das Wirtschaftsministerium weitergeleitet. Gegebenenfalls wird auch die dänische Seeschifffahrtsbehörde konsultiert. Dieses Verfahren ermöglicht es den verschiedenen Behörden, die geplanten Tätigkeiten im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten zu prüfen. Investoren müssen die erforderlichen Antragsunterlagen, Finanzinformationen und ergänzenden Nachweise vorlegen. Obwohl Dänemark Bewerbungen interessierter Unternehmen entgegennimmt, bleibt die behördliche Genehmigung an die Erfüllung der geltenden Anforderungen gebunden. Das Verfahren soll sicherstellen, dass zugelassene Betreiber ihre Glücksspielaktivitäten rechtmäßig, verantwortungsbewusst und mit ausreichenden finanziellen Mitteln durchführen können.
Der Erwerb einer dänischen Casinolizenz erfordert deutlich mehr Vorbereitung als die Eröffnung einer gewöhnlichen Unterhaltungseinrichtung. Antragsteller müssen nachweisen, dass ihr geplantes Unternehmen die regulatorischen Verpflichtungen erfüllen und wirtschaftlich nachhaltig arbeiten kann. Zu den Antragsunterlagen gehören Informationen über das Unternehmen, relevante verantwortliche Personen, finanzielle Vereinbarungen und die prognostizierte Geschäftsentwicklung. Die Aufsichtsbehörde stellt außerdem eine Budgetvorlage bereit, die Antragsteller bei der Erstellung der erforderlichen Finanzinformationen verwenden müssen. Die Gründung einer Spielbank ist mit erheblichen Anfangsinvestitionen in Räumlichkeiten, Spielgeräte, Sicherheitssysteme und Personal verbunden. Diese Ausgaben entstehen, bevor der Betreiber einen verlässlichen Kundenstamm aufbauen kann. Eine sorgfältige Finanzplanung ist daher besonders wichtig in einem Markt, in dem die Umsätze traditioneller Casinos seit längerer Zeit unter Druck stehen.
Potenzielle Betreiber müssen außerdem die praktischen Anforderungen berücksichtigen, die mit der Führung einer stationären Spielbank verbunden sind. Casinos benötigen geschultes Personal, kontrollierte Spielbereiche, angemessene Überwachungssysteme und Verfahren zur Identitätsprüfung ihrer Kunden. Die dänische Glücksspielgesetzgebung enthält Vorschriften zum verantwortungsbewussten Spielen, zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur finanziellen Transparenz. Kunden müssen mindestens 18 Jahre alt sein, um eine stationäre Spielbank betreten zu dürfen. Darüber hinaus müssen Betreiber geeignete interne Verfahren aufrechterhalten und mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten. Diese Verpflichtungen verursachen laufende Kosten, die sich bei einer schwächeren Nachfrage nicht einfach vollständig einsparen lassen. Unternehmen, die in diesen Markt einsteigen möchten, müssen daher verstehen, dass die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften eine dauerhafte betriebliche Aufgabe ist und nicht nur eine Voraussetzung für die erstmalige Erteilung einer Lizenz.
Die Wahl des richtigen Standorts kann ebenso wichtig sein wie die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen. Kopenhagen bietet Zugang zur größten Konzentration von Einwohnern und internationalen Besuchern in Dänemark, allerdings können dort die Immobilien- und Personalkosten erheblich sein. Regionale Städte ermöglichen möglicherweise niedrigere Betriebskosten, verfügen jedoch über kleinere potenzielle Kundenmärkte. Investoren müssen das Ausgabeverhalten der lokalen Bevölkerung, Besucherzahlen, Verkehrsverbindungen und die Nähe konkurrierender Unterhaltungseinrichtungen bewerten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage, ob eine geplante Spielbank tatsächlich neue Kunden gewinnen oder hauptsächlich Besucher von bereits bestehenden Casinos abziehen würde. Da Online-Glücksspiele einen unmittelbaren Zugang zu Casinospielen ermöglichen, ist es zu einer zentralen wirtschaftlichen Herausforderung geworden, überzeugende Gründe für den persönlichen Besuch einer Spielbank zu schaffen.
Die offiziellen dänischen Glücksspielstatistiken verdeutlichen die begrenzte Größe des traditionellen Casinosektors. Im Jahr 2024 erzielten stationäre Casinos laut dem jährlichen Marktbericht der dänischen Glücksspielbehörde einen Bruttospielertrag von 368 Millionen DKK. Dies entsprach ungefähr 3 % des gesamten Glücksspielmarktes des Landes. Gegenüber 2023 stiegen die Einnahmen lediglich um 0,3 %. Das deutet darauf hin, dass der Sektor weitgehend stagnierte, während mehrere andere Glücksspielbereiche Wachstum verzeichneten. Der Bruttospielertrag bezeichnet die Differenz zwischen den Einsätzen der Kunden und den ausgezahlten Gewinnen einschließlich der jeweils anfallenden Spielprovisionen. Er darf nicht mit dem Betriebsgewinn verwechselt werden, da Casinos weiterhin Personalkosten, Immobilienausgaben, Steuern und andere betriebliche Aufwendungen decken müssen.
Die langfristigen Zahlen zeigen, dass die Schwierigkeiten nicht erst 2026 begonnen haben. Zwischen 2012 und 2019 lagen die jährlichen Bruttospielerträge dänischer stationärer Casinos zwischen etwa 394 und 449 Millionen DKK, ausgedrückt in der historischen Datenreihe der Aufsichtsbehörde zu Preisen von 2024. Anschließend wurde die Branche während der Coronavirus-Pandemie erheblich beeinträchtigt, als Einschränkungen den Betrieb stationärer Glücksspielstätten beeinflussten. Obwohl die Casinos später ihren regulären Betrieb wieder aufnahmen, blieben die Umsätze unter dem früheren Niveau. Im Marktbericht für 2024 verzeichnete die dänische Glücksspielbehörde auf ihrer bereinigten Berechnungsgrundlage einen Rückgang von 12 % zwischen 2012 und 2024. In der Berichterstattung für 2025 führte die Behörde eine überarbeitete Anpassungsmethode ein. Deshalb sollten Zahlen aus unterschiedlichen Jahresberichten nicht miteinander verglichen werden, ohne die Änderungen bei der statistischen Darstellung zu berücksichtigen.
Die jüngsten Monatszahlen zeigen, dass sich die Umsätze im Jahr 2026 uneinheitlich entwickelt haben und nicht durchgehend rückläufig waren. Im Juni sanken die Glücksspielausgaben in stationären Casinos gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 0,7 %. Im Juli wurde ein weiterer Rückgang von 4,0 % im Jahresvergleich verzeichnet, während der August einen Anstieg von 8,7 % aufwies. Diese von der dänischen Glücksspielbehörde veröffentlichten Zahlen verdeutlichen, wie stark die Entwicklung von Monat zu Monat schwanken kann. Die Verbesserung im August ist für die Betreiber zwar erfreulich, belegt jedoch noch keine nachhaltige Erholung. Monatliche Veränderungen können durch Kundenaktivität, saisonale Bedingungen und andere kurzfristige Einflüsse entstehen. Um die wirtschaftliche Entwicklung der Branche zuverlässig einzuschätzen, muss deshalb ein längerer Zeitraum betrachtet werden, statt sich auf einen einzelnen besonders starken oder schwachen Monat zu stützen.
Online-Casinos haben sich zur stärksten Konkurrenz für traditionelle Spielbanken entwickelt. Laut dem am 29. Juni 2026 veröffentlichten Bericht der dänischen Glücksspielbehörde erreichte der Bruttospielertrag von Online-Casinos im Jahr 2025 insgesamt 4,309 Milliarden DKK. Erstmals seit der teilweisen Liberalisierung des dänischen Glücksspielmarktes im Jahr 2012 überholten Online-Casinos die staatlich monopolisierten Lotterien und wurden zum größten Glücksspielsegment des Landes. Die Lotterieeinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 3,492 Milliarden DKK. Dieser Unterschied verdeutlicht eine erhebliche Veränderung im Ausgabeverhalten der Verbraucher. Während stationäre Casinos nur einen kleinen Anteil der Glücksspielausgaben auf sich vereinen, erzielen Online-Anbieter inzwischen jährliche Bruttospielerträge in Milliardenhöhe. Ihr Wachstum hat das Wettbewerbsumfeld für Unternehmen verändert, die darauf angewiesen sind, dass Kunden eine Spielbank persönlich besuchen.
Bequemlichkeit gehört zu den wichtigsten Gründen, weshalb Online-Glücksspiele zunehmend attraktiver geworden sind. Kunden können über Computer und Smartphones auf lizenzierte Casinospiele zugreifen, ohne dafür eine stationäre Spielbank aufsuchen zu müssen. Online-Angebote ermöglichen es in der Regel, nahezu jederzeit bevorzugte Spiele auszuwählen. Traditionelle Casinos sind dagegen an festgelegte Öffnungszeiten gebunden und verfügen nur über eine begrenzte Anzahl von Spieltischen. Die dänische Glücksspielbehörde berichtete, dass 2025 insgesamt 73 % der Glücksspielaktivitäten über Computer oder mobile Geräte stattfanden, gegenüber 70 % im Jahr 2024. Dieser Wert umfasst den gesamten Glücksspielmarkt und nicht ausschließlich Casinospiele. Dennoch zeigt er die zunehmende Bedeutung des digitalen Zugangs für das Glücksspielverhalten in Dänemark und erklärt teilweise, weshalb stationäre Spielbanken Schwierigkeiten haben, beim Komfort mitzuhalten.
Traditionelle Casinos tragen außerdem Betriebskosten, die sich erheblich von denen der Online-Unternehmen unterscheiden. Stationäre Spielbanken benötigen geeignete Gebäude, Spielgeräte, Überwachungssysteme, Croupiers, Sicherheitspersonal und Einrichtungen für ihre Gäste. Viele dieser Ausgaben fallen unabhängig von den täglichen Besucherzahlen an. Ein Online-Casino kann Kunden bedienen, ohne für jeden Teilnehmer einen gesonderten, personell besetzten Spielbereich unterhalten zu müssen. Allerdings entstehen auch digitalen Betreibern erhebliche Kosten für Technologie, Lizenzen und Marketing. Stationäre Spielbanken benötigen daher ausreichend Besucher und entsprechende Ausgaben, um ihr stärker standortgebundenes Geschäftsmodell zu finanzieren. Ihr Vorteil liegt in Erlebnissen, die sich über einen Bildschirm nicht vollständig nachbilden lassen. Dazu gehören persönliche Kontakte, klassische Tischspiele, gemeinsame Unternehmungen und die besondere Atmosphäre einer Spielbank. Ob diese Vorteile den zusätzlichen Aufwand eines Besuchs rechtfertigen, entscheidet zunehmend über die wirtschaftlichen Aussichten traditioneller Casinos.

Die Entscheidung Dänemarks, neue Lizenzanträge entgegenzunehmen, schafft Investitionsmöglichkeiten. Allerdings werden zusätzliche Betreiber auf ein anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld treffen. Eine neue Spielbank muss nicht nur mit bereits bestehenden stationären Casinos konkurrieren, sondern auch mit der bequemen Verfügbarkeit und der umfangreichen Spielauswahl lizenzierter Online-Anbieter. Die Wiedereröffnung des Bewerbungsverfahrens darf nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass die Nachfrage nach traditionellen Casinos steigt. Vielmehr erhalten interessierte Unternehmen die Möglichkeit, ihre Projekte zur behördlichen Prüfung einzureichen. Erfolgreiche Geschäftsmodelle benötigen realistische Finanzprognosen, sorgfältig ausgewählte Standorte und ein klares Verständnis der jeweiligen Zielgruppe. Eine bloße Erhöhung der Anzahl verfügbarer Spieltische dürfte kaum ausreichen, um den allgemeinen Trend zum Online-Glücksspiel umzukehren.
Tourismus und Gastgewerbe könnten für die Zukunft des Sektors eine wichtige Rolle spielen. Kopenhagen zieht das ganze Jahr über internationale Besucher an, während regionale Städte wie Aarhus, Odense und Aalborg über eine beträchtliche lokale Bevölkerung verfügen und von inländischen Reisenden besucht werden. Casinos in der Nähe etablierter Hotels, Restaurants und Unterhaltungsviertel könnten Kunden ansprechen, die einen abwechslungsreichen Abend verbringen möchten, statt lediglich eine kurze Glücksspielsitzung zu planen. Betreiber könnten ihre Attraktivität durch eine angenehme Umgebung, professionellen Service und ergänzende gastronomische Angebote steigern. Allerdings garantiert der Tourismus allein noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Die Ausgaben der Besucher hängen von der allgemeinen Wirtschaftslage, dem Reiseverhalten und individuellen Vorlieben ab. Investitionen, die auf touristische Nachfrage setzen, müssen daher auf zuverlässigen lokalen Marktanalysen und realistischen Schätzungen der möglichen Glücksspielumsätze beruhen.
Die Verbesserung des Kundenerlebnisses stellt eine weitere mögliche Entwicklungsrichtung für bestehende und zukünftige Betreiber dar. Stationäre Casinos können sich durch gut organisierte Pokerveranstaltungen, erfahrene Croupiers, ansprechende Innenräume und hohe Servicestandards von der Konkurrenz abheben. Manche Besucher schätzen besonders die sozialen Aspekte traditioneller Casinospiele, beispielsweise wenn sie mit Freunden ausgehen oder an organisierten Veranstaltungen teilnehmen. Restaurants und andere geeignete Einrichtungen können das Gesamterlebnis ergänzen. Dabei müssen sämtliche Glücksspielaktivitäten innerhalb der Bedingungen der jeweiligen Lizenz bleiben. Gleichzeitig sollten Betreiber übermäßige Werbeausgaben vermeiden und sicherstellen, dass ihre geschäftlichen Maßnahmen den Vorschriften zum verantwortungsbewussten Glücksspiel entsprechen. Ziel ist es, ein eigenständiges Freizeitangebot zu schaffen, anstatt ausschließlich mit der ständigen Verfügbarkeit von Online-Glücksspielen konkurrieren zu wollen.
Für interessierte Unternehmen steht zunächst die Bewerbungsfrist am 3. November 2026 im Mittelpunkt. Mit Stand vom 15. Oktober 2026 ist das Lizenzierungsverfahren noch geöffnet, und die dänische Glücksspielbehörde hat ihre endgültigen Entscheidungen noch nicht bekannt gegeben. Daher lässt sich derzeit nicht feststellen, wie viele Unternehmen eine Genehmigung erhalten oder ob tatsächlich zusätzliche Spielbanken eröffnet werden. Die Ergebnisse werden einen besseren Hinweis darauf liefern, wie zuversichtlich Investoren die Zukunft des stationären Glücksspielsektors in Dänemark beurteilen. Bewerbungen finanziell etablierter Unternehmen mit glaubwürdigen Betriebskonzepten könnten zeigen, dass trotz schwieriger Marktbedingungen weiterhin Interesse besteht. Allerdings garantiert eine behördliche Genehmigung keine Rentabilität. Jeder erfolgreiche Betreiber muss genügend Kunden gewinnen, seine Ausgaben kontrollieren und während der gesamten Lizenzlaufzeit sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllen.
Die behördliche Aufsicht dürfte auch künftig ein bestimmendes Merkmal der dänischen Casinobranche bleiben. Betreiber müssen Vorschriften einhalten, die dem Kundenschutz, der Bekämpfung von Finanzkriminalität und der Aufrechterhaltung des Vertrauens in lizenzierte Glücksspielangebote dienen. Dänemark betreibt außerdem ROFUS, das nationale Register für Personen, die sich freiwillig vom Glücksspiel ausschließen lassen, sowie StopSpillet, eine Beratungsstelle für Menschen mit glücksspielbezogenen Problemen. Diese Maßnahmen gehören zum umfassenderen dänischen Ansatz für verantwortungsbewusstes Glücksspiel, wobei die konkreten Verpflichtungen je nach Glücksspielangebot unterschiedlich ausfallen. Die Aufrechterhaltung angemessener Schutzmaßnahmen erfordert Investitionen in die Mitarbeiterschulung, kundenbezogene Verfahren und interne Kontrollmechanismen. Potenzielle Betreiber müssen diese regulatorischen Verpflichtungen daher von Anfang an in ihre Finanzplanung aufnehmen, anstatt sie als nachrangige Verwaltungskosten zu betrachten.
Die Zukunft der stationären Casinos in Dänemark wird letztlich davon abhängen, ob sich die Betreiber an die veränderten Erwartungen der Verbraucher anpassen können. Online-Glücksspiele haben sich als größtes kommerzielles Segment des regulierten dänischen Glücksspielmarktes etabliert, während traditionelle Spielbanken weiterhin eine kleinere Zielgruppe mit anderen Vorstellungen von Unterhaltung bedienen. Die jüngsten Monatszahlen deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung stationärer Casinos weiterhin schwankt. Einzelnen Verbesserungen stehen immer wieder Zeiträume mit rückläufigen Glücksspielausgaben gegenüber. Neue Lizenzen könnten Investitionen fördern, den Wettbewerb beleben und alternative Geschäftskonzepte ermöglichen. Sie können die Veränderungen im Kundenverhalten jedoch nicht allein rückgängig machen. Nachhaltiges Wachstum wird eine sorgfältige Finanzverwaltung, besondere Besuchererlebnisse und eine kontinuierliche Berücksichtigung des Kundenschutzes erfordern. Die dänische Lizenzierungsrunde von 2026 wird deshalb zu einem wichtigen Prüfstein dafür, ob traditionelle Casinos in einer zunehmend digitalisierten Glücksspielbranche eine wirtschaftlich tragfähige Position behaupten können.